Megamarsch Oster Spezial

So, endlich war es soweit und das „wirgehenweiter Osterspezial“ stand an. Wochenlang habt ihr uns nun bei den Vorbereitungen begleitet und seit sicherlich gespannt, ob wir es geschafft haben. Spoiler: leider nur ein Möppelchen hat es geschafft Aber warum nur eins? Dazu fangen wir mal von Anfang an zu erzählen!

Den Megamarsch sind wir nicht in der Pfalz gelaufen, sondern in meiner (Ute) Heimat, Osnabrück. Meine Eltern haben sich auch der Herausforderung gestellt und begleiteten uns.  Voll motiviert und gut gestärkt ging es in den Teutoburger Wald zur ersten Etappe.Die Strecke ging durch wunderschöne Wälder, entlang zweier Seen und noch mehr durch Wald. Wir liefen bewusst nicht viele Höhenmeter, um Kräfte zu sparen. Immerhin trainieren wir ja auch noch nicht so lange dafür.

Da ich ja bekannter Weise Probleme mit Blasen an den Füßen habe, tapte ich gut meine Füße. Zudem musste ich wochenlang den Spot von Denise über meine schmerzenden Blasen ertragen. Aber das sollte sich zum Glück rächen. Schon nach einigen Kilometern bekam sie Probleme mit ihren Füßen und erste Blasen. Rettungsversuche wurden mit Blasenpflaster und Tape unternommen. Nach 15 Kilometern wurde Denise immer langsamer und die Schmerzen wurden  doller. Auch bei mir merkte ich erste Wehwehchen und wir kämpften uns gemeinsam weiter durch den Wald. Nach rund 20 km wurde Denise allerdings dann so langsam, dass wir unseren Durchschnitt nicht mehr halten konnten und somit Zeit verloren. Wir haben dann beschlossen, dass wir Denise ihre Uhr nehmen, sie eine Abkürzung geht, aber trotzdem die Strecke getrackt bekommt, falls sie weiter hätte gehen können. So trennten sich unsere Wege! Und wir trafen uns am parkenden Auto wieder.                                                                                                                                                                                                                                                                      Zu Hause angekommen, begannen wir den Wettbewerb, welche Blasen schlimmer aussehen. Laut Instagram hat Denise mit einem kleinen Vorsprung gewonnen. Ich entschloss mich meine Blasen aufzustechen und trocknen zu lassen. Denise entschied sich dagegen. Der nächste Morgen sollte entscheiden wer weiter geht und wer nicht. Und zu unserem Ärgernis hatten meine Eltern gar nichts. Da lassen uns „die Alten“, aber alt aussehen.

Es kam, wie es kommen musste, Denise stieg aus. Meine Füße schmerzten zwar auch, aber ich wollte es nicht unversucht lassen. So kam auf jede Blase ein dickes Blasenpflaster plus Tape darüber. Da meine Socken am Vortag sehr nass waren, nahm ich ein zweites Paar Socken mit und wollte alle Stunde die Socken wechseln. Wir sind dann von uns aus zu Hause gestartet, damit ich jederzeit hätte abbrechen können. Die ersten Schritte waren sehr schmerzhaft, aber nach den ersten 3 Kilometern gewöhnte ich mich an den Schmerz und wir kamen auch recht zügig voran. Nach knapp 5 Kilometern wechselte ich die Socken und die Schmerzen nahmen wieder zu. So beschloss ich nach Hause zu gehen und wollte aufgeben. Aber auf dem Weg bekam ich neuen Mut und die Schmerzen wurden wieder weniger. In der Wohnung angekommen, tapte ich nochmal eine Schicht über die Blasen, wechselte nochmal die Socken und hatte dann den Ehrgeiz den Megamarsch durchzuziehen. Aufgeben gibt es eigentlich nicht bei mir! Also Schuhe wieder an und auf zu den letzten 15 Kilometern. 3 Stunden Zähne zusammenbeißen und kämpfen. 

Der Buddy bietet ein wenig Trost!

Meine Eltern und ich machten uns also wieder auf die Strecke. Bei Kilometer 13 kam mir die Idee, dass ich es ohne eine gescheite Motivation schwer haben würde. Und da Essen bei mir immer eine Motivation ist, kam ich auf die Idee zu einer Eisdiele zu laufen, bei der es leckeres Eis gibt. Gesagt, getan! Wir änderten unsere Tour und liefen quer durch Osnabrück zum Eis. Der psychologische Trick funktionierte ganz gut. Und so vergingen die nächsten Kilometer. Während des Eisessens vergaß ich fast ganz meine Füße und ich war im Eishimmel. Also wieder zurück Richtung nach Hause und schauen wieviel Kilometer dann noch auf der Uhr offen sind. Jeder Schritt schmerzte mittlerweile, wie ein Messer, das bei jedem Schritt in die Ferse sticht. Mit verbissenem Gesicht und jeder Menge fluchen und Selbst Verbalisierung machten wir uns auf die letzten 5 Kilometer. Und dann, in meiner größten Verzweiflung, mitten in den Kleingärten blitze ein Plakat auf „Eis zu verkaufen“. Meine Augen leuchteten, meine Beine trugen mich wieder ein wenig schneller! Auf zum nächsten Eis! Aber diesmal half es nicht so gut wie beim ersten, aber es lenkte mich ein paar Minuten ab. 

Nur noch 3 Kilometer! Zu den Blasen kamen jetzt auch noch leichte Wadenkrämpfe dazu. Egal! Ich ging schneller, um es schnell hinter mich zu bringen. Und tatsächlich, nach 5 Stunden und 2 Minuten erreichten wir unser Ziel! 50 Kilometer geschafft! Ich war mega stolz und glücklich, dass ich nicht aufgegeben habe und mich da trotz Schmerzen durchgekämpft habe.  Zu Hause angekommen erstmal Magnesium genommen, plus Magnesiumcreme und eine kleine Massage für die Waden. Ich fühlte mich euphorisch und völlig platt gleichzeitig! Komisches Gefühl, dass ich gar nicht so beschreiben kann. Der Megamarsch hat uns gezeigt wie unterschiedlich Menschen doch ticken. Für mich wäre es nie in Frage gekommen, es nicht zu versuchen. Was für die Gesundheit auch nicht immer die beste Entscheidung ist. Denise hat auf ihren Körper gehört und sich für einen Abbruch entschieden. Wir denken, dass beide Entscheidungen seine Richtigkeit haben!Aber trotz alle dem: Jetzt muss Denise meinen Spott ertragen!

Motivationseis
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